Dienstag, 8. August 2017

[Rezension] Adele Parks - Bis du alles verlierst

Autor: Adele Parks
Titel: Bis du alles verlierst
Originaltitel:  The Stranger In My Home
Übersetzer: Birgit Salzmann
Teil einer Reihe: /
Genre: Gegenwartsliteratur, Thriller
Erschienen: 10. Juli 2017
Verlag: HarperCollins
ISBN:  978-3959671118
Seitenanzahl: 480
Preis: Broschiert 14,00€, 12,99€
Wertung: 2/5
Bildquelle/Cover: © HarperCollins 







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"Wenn du das perfekte Leben lebst, hast du alles zu verlieren.
Alison hat sich ihr perfektes Leben hart erarbeitet. Sie ist verheiratet mit Jeff, hat ein schönes Haus und eine kluge Tochter: Katherine, das Zentrum von Alisons Welt. Doch dann endet Alisons Leben, so wie sie es kennt. Ein Fremder steht vor der Tür und offenbart ihr eine schreckliche Wahrheit. Vor fünfzehn Jahren wurden seine und ihre Tochter im Krankenhaus vertauscht. Und damit nicht genug. Katherine droht wahres Unheil …"
Quelle: © HarperCollins





Meine Freude auf dieses Buch war riesengroß, da der Klappentext genau meinem Schema entsprach und mich sehr neugierig gemacht hat.
Es fing auch gar nicht mal so schlecht an und ich hab voller Erwartung auf die Einleitung hingefiebert und einfach gehofft, das es dann richtig los geht.
Die Ernüchterung folgte jedoch auf dem Fuße, denn alleine bis es zum zentralen Punkt kam dauerte es schon ewig.

Ich liebe Protagonisten in die ich mich hineinversetzen kann und die mein Innerstes berühren.
Und das ist auch schon der erste Punkt, an dem ich scheiterte.
Alison ist eine sehr anstrengende Persönlichkeit.
Ihr ganzes Verhalten hatte für mich etwas wahn- und kontrollhaftes. Fast schon zwanghaft das Ganze.
Dazu empfand ich sie auch als sehr unterkühlt.
Von Minute zu Minute wurde sie mir immer unsympathischer, zudem legte sie ein gewisses Verhalten an den Tag, wo ich mich als Mutter ernsthaft gefragt habe, warum da kein Interesse da ist.
Einzig ihre Liebe zu ihrem Kind, die hier heraussticht, hat mir wirklich richtig gut gefallen.
Ich hatte das Gefühl das Ganze wie durch einen Nebel zu betrachten. Es wirkte konstruiert, unnahbar und hat mich einfach überhaupt nicht berührt.
Ein Umstand mit dem man eigentlich überhaupt nicht rechnet, denn solch Thematik sollte doch berühren , oder nicht?
Auch die anderen Protagonisten konnten in mir keine Wärme oder sogar Empfindungen auslösen. Einzig Jeff oder auch Olivia konnten mein Interesse wecken.

Die Handlung selbst plätscherte leider ziemlich vor sich hin und auch die Spannung ließ lange auf sich warten.
Ich denke das grundsätzliche Problem ist, dass man einen Thriller erwartet und dementsprechend auch mit völlig anderen Erwartungen an die Sache herangeht.
Es ist jedoch alles andere als ein Thriller. In meinen Augen eher ein Familiendrama .

Die Grundthematik ist äußerst interessant, leider verliert sich die Autorin immer wieder in allzu vielen Details. Was einerseits zwar interessant ist. Aber auf der anderen Seite entstehen dadurch auch enorm viele Längen und es wurde größtenteils langatmig.
Klar wird jedoch schnell, daß nichts ist, wie es scheint.
Man muss öfter mal umdenken und auch zwischendurch darüber nachdenken.
Die Protagonisten unterziehen sich einem Wandel wodurch man immer wieder hin- und hergerissen ist und grübelt.
Es gab Momente, da konnte ich die Handlungen nicht nachvollziehen. Ich gab jedoch nicht auf und hoffte einfach da kommt noch der Knackpunkt.
Ich sag es nur ungern, aber größtenteils habe ich mich schlichtweg gelangweilt.
Was aber keinesfalls am Schreibstil der Autorin liegt. Denn dieser war angenehm zu lesen und auch einnehmend gestaltet.
Erst im letzten Drittel schaffte es die Autorin , dass Ganze nochmal anzuziehen, wodurch auch spannende Momente entstanden und ein Hauch von Thrill hinein kam.
Doch so richtig überzeugen konnte es mich leider nicht. Was wirklich schade ist, denn hier hätte man eine Menge herausholen können, denn Potenzial war eindeutig vorhanden.

Diese Geschichte erfahren wir aus Alisons Sicht, was ihr zwar Tiefe verschafft, ich ihr jedoch menschlich überhaupt nicht näher kam.
Überwiegend befinden wir uns in der Gegenwart, doch werden auch immer wieder Rückblenden mit eingestreut.
Diese spielen sich 15 und 30 Jahre vorher ab.
Wodurch wir in Alisons Vergangenheit eintauchen und ein Stück weit begreifen, was für ein Mensch sie eigentlich ist. Ich empfand dies als wichtig, um zu ergründen , warum sie so ein Mensch geworden ist . Dies ist der Autorin meiner Meinung nach hervorragend gelungen. Da man so tiefer in ihre Seele vordringt und sie auch hin und wieder verstehen kann. Es gab Momente, da hat sie mir leid getan, aber muss man sich deswegen zu so einer unverstandenen und weinerlichen Person entwickeln?
Für mich ein Aspekt, den ich nicht so recht nachvollziehen kann.
Doch es gab auch da , dann noch die ein oder andere Überraschung.

Schlussendlich ein Thriller der sich als Familiendrama entpuppt und dessen Umsetzung leider nicht überzeugen kann.



“Bis du alles verlierst “ klang mega spannend und ich freute mich darauf.
Eine anstrengende Protagonistin, die den ein oder anderen Weg ebnet.
Ein Thriller der sich als Familiendrama entpuppt und dessen Umsetzung leider nicht wirklich überzeugen kann.
Wer hier auf einen Thriller hofft, wird enttäuscht sein.
Aufgrund einiger Schwächen kann ich es leider auch nicht weiterempfehlen.

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