Montag, 28. April 2014

Rezension: Eva Almstädt - Ostseesühne


Autor: Eva Almstädt
Titel: Ostseesühne
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsdatum: 15.04.2014
ISBN -10: 340416928X
ISBN - 13: 978-3404169283

Nichts ist so wie es scheint

Inhalt:
  Im Feuerlöschteich auf einem Bauernhof entdeckt ein Postbote eine halb verweste männliche Leiche. Von den Bewohnern des Hofes, einem Ehepaar und seinem 16-jährigen als zurückgeblieben geltenden Sohn, fehlt jede Spur. Pia Korittki übernimmt die Ermittlungen - und findet heraus, dass vor Jahren ein merkwürdiges Gerücht im Dorf kursierte, dem jedoch nie jemand nachgegangen ist: Auf dem Hof soll damals ein Mädchen gefangen gehalten worden sein ...

Aufbau und Handlung:
Der Kriminalroman ist eine Reihe rund um die Ermittlerin Pia Korittke.
Dies ist ihr 9.Fall.
Eine Leiche wird gefunden und dann noch eine.
Alles deutet auf ein dunkles Familiengeheimnis hin.
Aber wo ist die Familie und ist es wirklich so einfach?
Die Spannung baut sich nur langsam auf.
Man hat das Gefühl, es geht anfangs alles etwas zu schnell.   
Die Autorin legt  plötzlich sämtliche Spuren die in verschiedene Richtungen laufen.
Nun liegt es an uns in welche Richtung wir gehen.
Die Spannung bis zum letzten Drittel hält sich konstant. Dennoch muss ich sagen, es ist eine unterschwellige Spannung die spürbar ist.
Das letzte Drittel baut dann massiv an Spannung auf und man wird ständig in andere Richtungen gelockt .
Der Showdown ist der Autorin sehr gut gelungen, allerdings war mir das Ende etwas zu konstruiert und zu schlüssig dargestellt. Ich hätte noch die ein oder andere Frage zu dem Tathergang gehabt.
Auch das Privatleben der Ermittlerin hielt sich im angemessenen Rahmen, es wurde nicht zu stark dargestellt, aber dennoch so, das es bei uns ein Kopfkino entstehen lässt.
Das macht die Ermittlerin sympathisch und lässt das ganze menschlicher und realer erscheinen.
Die Sichtweise der Protagonisten ändert immer wieder, aber wird so gut durchdacht dargestellt, daß man da auch keine Vermutung des Täters anstellen kann.

Meine Meinung:
Das ist mein 1.Buch der Autorin. Und ich bin doch nachhaltig erstaunt, wie gut mir dieses Buch gefallen hat.
Es war jetzt nicht so, daß ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Denn die Spannung gewann nur langsam an Fahrt. 
Jedoch steigerte es sich zum Ende hin ins unermessliche.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, ich war vom Ende überascht und hab das so nicht vermutet.
Auch das Privatleben der Ermittlerin hat mir gut gefallen. Es war genau das richtige Maß.
Das einzig negative, was ich über das Buch sagen muss.
Mir war zuviel ins letzte Drittel reingepackt. Und es gab hier und da was, was mir nicht ausreichend erklärt wurde.
Aber sonst ein sehr genialer Kriminalroman, dem ich jedem wärmstens ans Herz legen kann. 
  

 

Donnerstag, 24. April 2014

Rezension: Angelika Lauriel - Der Tod steht mir nicht

Ein amüsanter Roman mit Krimitouch,
 der alles joghurtleicht erscheinen lässt












Autor: Angelika Lauriel
Titel: Der Tod steht mir nicht
Seitenanzahl: 346
Verlag: Gmeiner Verlag
Erscheinungsdatum: 5.Februar 2014
Sprache: deutsch
ISBN - 10: 3839214882
ISBN - 13:  978-3839214886

Inhalt:
  Träge liegt Lucys Heimatstadt Saarlouis in der Sommerhitze. Doch Lucys Puls erhöht sich schlagartig, als sie eines Tages beim Joggen in ein Feld ätzenden Bärenklaus gestoßen wird. Kurz darauf wird sie Opfer weiterer perfider Anschläge. Den Tod vor Augen beginnt Lucy, zehn Ziele zu formulieren, die sie vor ihrer Ermordung noch unbedingt erreichen will. Während ihr Freund, Kommissar Frank Kraus, mit seinem Partner fieberhaft den Attentäter verfolgt, beginnt für Lucy ein Wettlauf gegen die Zeit. (Quelle: amazon.de)

Handlung und Aufbau:
Lucinda Schobers Leben könnte so herrlich joghurtleicht sein, wenn keine Mordanschläge auf Sie verübt werden würden.
Daraufhin schafft sich Lucy eine To-Do-Liste an.
Was Sie unbedingt noch erledigt will, bevor sie ermordet wird.
Schafft sie es?
Der Schreibstil ist sehr flüssig und amüsant zu lesen.
Der Krimiteil des Buches kommt nicht so stark hervor.
Vielmehr geht es um Lucy , ihr Leben und ihre Rivalen die sich darin befinden.
Es ist in keinster Weise vorhersehbar, wer der Attentäter ist.
Geschickt baut die Autorin zwischenzeitlich die Sichtweise des Täters ein. 
Sonst würde man glatt denken, Lucy bilde sich alles nur ein.
Nicht die Spannung lässt uns das Buch weiterlesen, sondern die herrlich erfrischend amüsante Schreibweise der Autorin.
Sie lässt uns in eine Welt eintauchen, in der es zwar ernst zugeht, man keinesfalls aber den Humor aus den Augen verlieren sollte.
Die wunderbare Schreibweise lässt uns alles hautnah miterleben.
Spannung, Humor, Überraschung - alles vorhanden.
Zum größten Teil wird aus Lucys Sichtweise erzählt.

Meine Meinung:
Ich habe es genossen, dieses Buch zu lesen.
Nahezu erfrischend, daß dem typischen Krimi seinen allzu ernsten Touch nimmt.
Es wäre vielleicht nicht schlecht, den Vorgänger zu lesen.
Da mir einige Vorkenntnisse gefehlt haben.
Mit sämtlichen Klischees wurde aufgewartet, was dem Buch seinen ganz eigenen Charme verleiht.
Ich habe 100%iges Lesevergnügen genossen.
Lediglich das Cover scheint nicht recht zum Buch zu passen.
Da es zu ernst wirkt und nicht recht zum Inhalt passen will.
Ist sicher nicht mein letztes Buch der Autorin.

Montag, 21. April 2014

Rezension: Jürgen Seibold - Kinder

Autor: Jürgen Seibold
Titel: Kinder
Seitenanzahl: 416
Verlag: Piper Tachenbuch
Erscheinungsdatum: März 2012
Preis: 9,99€
ISBN - 10: 3492273076
ISBN - 13: 978-3492273077



Inhalt: 
Annette und Rainer Pietsch leben mit ihren drei Kindern in der Nähe von Stuttgart. Sie sind glücklich verheiratet und mit ihrem Alltag mehr als zufrieden. Doch als nach den Sommerferien ein neues Schuljahr anfängt, beginnen die Kinder sich zu verändern. Der Familienfrieden wird bald vom immer aggressiveren Auftreten der Kinder erschüttert, und als schließlich ein Mitschüler unter seltsamen Umständen ums Leben kommt, beschleicht die Eltern ein schlimmer Verdacht ... Annette und Rainer Pietsch leben mit ihren drei Kindern in der Nähe von Stuttgart. Als nach den Sommerferien ein neues Schuljahr beginnt, richtet sich die Familie wieder im Alltag ein. Doch nach einigen Wochen beginnen sich die Kinder zu verändern. Sarah wird zunehmend abweisend, und auch Michael und Lukas entwickeln merkwürdige Verhaltensweisen. Der Familienfriede wird immer mehr von dem aggressiven Auftreten der Kinder erschüttert. Haben die Veränderungen etwas mit den beiden neuen Lehrern, Rosemarie und Franz Moeller, und deren ziemlich unkonventionellen pädagogischen Methoden zu tun? Als schließlich ein Mitschüler unter seltsamen Umständen ums Leben kommt, beschleicht die Eltern ein schlimmer Verdacht.
(Quelle: amazon )

Aufbau und Handlung:
Im wesentlichen zeichnet dieses Buch aus , was passiert wenn Schüler gedrillt, diszipliniert und manipuliert werden.
Es kristallisiert sich heraus welche Macht Lehrer über ihre Schüler haben.
Mobbing ist ein großer Aspekt dieses Buches, meiner Meinung nach ist dies ein großes Thema und hat nichts mit Disziplin zutun.
Dieses Buch beginnt gleich völlig spannungsgeladen. Die Spannung bleibt immer gleich, die Kursivtexte heizen das ganze noch auf, weil man unbedingt wissen möchte was dahintersteckt.
Der Autor macht gut klar, wie leicht Kinder zu manipulieren sind, jedoch fand ich dies nicht wirklich realistisch, denn so einfach kann es in meinen Augen nicht sein.
Eltern reagieren auch nicht immer so, wie es hier dargestellt wird.
Es ist für mich ein reines Fiktionsbuch und hat nicht wirklich viel mit der wirklichen Welt zutun.
Dennoch ist Mobbing ein großes Thema das auch in der realen Welt existiert.
Den Schluss des Buches fand ich wenig aufschlussreich, die Erlösung, die ich mir erhofft hatte trat leider nicht ein.
Dennoch kam der Grundaspekt rüber.
Es wird überwiegend aus der Sicht von Familie Pietsch geschildert.
Es kommen jedoch auch weitere diverse Protagonisten zu Wort.
Was ich durchaus gut finde, denn so kann man es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Durch den sehr flüssigen Schreibstil, liest sich das Buch schnell weg.
Es ist in 10 Kapitel unterteilt.
Ein Psychothriller ist es in gewisser Weise schon, doch eher unterschwellig spürbar.
Es baut alles auf der psychologischen Ebene auf.


Meine Meinung:
 Ich habe dieses Buch in völliger Anspannung gelesen, ich war gefesselt, es hat mich nicht losgelassen und ich habe mit Familie Pietsch gelitten.
Dennoch hat mich das Ende unbefriedigt zurückgelassen.
Die Grundidee des Buch fand ich toll, dennoch eine wirkliche Auflösung, kam für mich nicht zustande.
Das Ende fand ich etwas an den Haaren herbeigezogen und wenig realitätsnah.
Man hätte das Schlussbild schlüssiger gestalten können, dann wäre dieses Buch ein echtes Highlight geworden.
Aber so ist es für mich ein durchschnittliches Buch.
Es ist ein Buch das mich trotz allem, nicht loslässt, vieles wird meiner Fantasie überlassen.
Dennoch würde ich es weiterempfehlen, da mir der zentrale Punkt des Buches sehr gut gefällt.

Montag, 14. April 2014

Rezension: Bernhard Aichner - Totenfrau

Autor: Bernhard Aichner
Titel: Totenfrau
Medium: Hardcover
Preis: 19,99€
Verlag: btb Verlag
Erscheinungstermin: 10.03.2014
Seitenanzahl: 448 Seiten
Sprache: deutsch
ISBN - 10: 3442754429
ISBN - 13:  978-3442754427

Inhalt: Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten.

Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück.

Aufbau und Handlung: Es war einmal Brünhilde, als sie Mark kennenlernte war sie nur noch Blum.
Und das ist auch gut so.
Mit Mark fängt das Leben für Blum erst an.
Doch plötzlich wird er ihr genommen.
Und Blum sieht nur einen Ausweg - Rache

Erzählt wird aus der Perspektive von Blum.
Es ist eine Stakkatohafte Erzählweise,  die mit eingewebten Dialoge , harmonieren sehr gut.
Es geht hier nicht um Emotionen.
Es gibt knallharte Fakten, aber dennoch ist das Buch sehr berührend geschrieben.
Es scheint, als wollte uns der Autor nicht näher an Blum ranlassen.
Aber wir sehen sie trotzdem, sie ist hart, gnadenlos und berührend.
Zwischenzeitlich wird es auch grauenhaft und bestialisch und man möchte es eigentlich nicht an sich heranlassen.
Die kurzen Kapitel und die flüssige Schreibweise lässt uns das Buch schnell weglesen.
Die Spannung ist das ganze Buch über spürbar. Wir haben Angst, wir haben Gänsehaut, aber wir dürfen auch schmunzeln. Das macht das ganze etwas weicher und menschlicher.
Es gibt jetzt keine großen Überraschungen, aber kurz vor Schluss hat mich der Autor doch kurz geschockt.
Meines Erachtens ist das Buch so wie es ist gut.
Es soll den Leser unterhalten, in eine andere Welt abtauchen lassen.
Und das ist dem Autor exzellent gelungen.

Meine Meinung: Ich liebe Blum.
Sie ist eine Rachegöttin erster Klasse.
Auch wenn man keine Sympathien für sie entwickeln sollte, ich tue es trotzdem.
Sie übt auf mich eine Faszination aus , so das ich mit ihr mitfühlen und sie verstehen kann.
Den Schreibstil fand ich ganz große Klasse.
Hier wird nicht groß drumherum geredet, sondern es kommt gleich alles auf den Tisch.
Und mal ehrlich, wollen wir das nicht alle so?
Von mir eine klare Leseempfehlung, auch wenn vieles zu reibungslos und manches nicht nachvollziehbar war.

Sonntag, 6. April 2014

Rezension: May B. Aweley - Existenzlos

Autor: May B. Aweley
Titel: Existenzlos
Seitenanzahl: 197
Preis: 8,95€
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Erscheinungstermin: 15.03.2014
Sprache: deutsch
ISBN - 10:  149734705X
ISBN - 13:  978-1497347052

Inhalt: Du öffnest die Augen.
Du weißt nicht, wer du bist.
Eine Frau ohne Namen, ohne Vergangenheit.
Kann das, was sie dir erzählen, deine Geschichte sein?
Vielleicht ist die simple Wahrheit, dass sie dich deiner wahren EXISTENZ beraubt haben!
 Die Polizistin Alicia Juárez wird im Central Park bewusstlos aufgefunden. Wie im nahegelegenen Krankenhaus später festgestellt wird, leidet sie an retrograder Amnesie.
Während sie versucht, ihrer Vergangenheit auf die Spur zu kommen, findet sie dunkle Geheimnisse.
Sie öffnet dabei Türen, die besser verschlossen geblieben wären...

Ablauf und Handlung: Die Polizistin Alicia wird bewusstlos aufgefunden, sie kann sich an nichts erinnern, sie leidet an retrogader Amnesie, ob sie sich jemals wieder an ihre Vergangenheit erinnern können wird, bleibt zweifelhaft.
Doch wer hat ihr das angetan?
Ein subtiler Thriller, der mit einer Frau beginnt, die sich an nichts erinnern kann, wird immer komplexer.
Die Spannung baut sich auch hier wieder sofort auf und der Blick auf die Tatsachen des Romans ist schauderhaft. Die menschliche Grausamkeit steigert sich auch hier ins unermessliche.
Der Kernpunkt dieses Thrillers ist erschreckend und macht das ganze sehr realitätsnah.
Dieser Thriller schafft es ohne großartige Gewaltszenen auszukommen, aber dennoch  bleibt dem Leser die Luft weg.
Die Autorin schafft es verschiedene Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen . Den Leser mitunter leicht in die Irre zu führen und später ein schlüssiges Gesamtbild zu erstellen, so das auch wirklich keine Fragen offen bleiben.
Die flüssige und spannungsgeladene Schreibweise macht es leicht dieses Buch zu lesen, man möchte es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen.
Die Sichtweise der Protagonisten ändert sich immer wieder.

Meine Meinung: Von dem Debüt "Puppenbraut" war ich schon sehr fasziniert und begeistert.
Und dieses Buch hat mich ebenso in seinen Bann gezogen, die Schreibweise ist deutlich reifer geworden.
Auch hier konnte ich wieder ein Kopfkino aufbauen, die ganze Story hat mich mitgerissen und nicht mehr losgelassen, bis ich das Ende entschlüsselt hatte und zufrieden das Buch zugeschlagen habe.
Schön fand ich, dass die Autorin verschiedene Blickwinkel auf die komplexe Geschichte eingebaut hat.
So konnte man sie von jeder Seite aus betrachten, was durchaus seinen Reiz hat.
Das macht das ganze noch menschlicher.
Ich kann es gar nicht erwarten, bis ihr nächstes Buch erscheint.
Es ist für jeden Thrillerfan was, der keine großartigen Gewaltszenen mag.